Adelheid Zimmermann
Würzburg, 15. April 2013

Ein Landesmuseum auf der Marienfestung

Diskussionsrunde mit der FDP

Bezirksrätin Zimmermann konnte in ihrem Kulturtreffmehr als 50 Besucher begrüßen. Der Würzburger Dom und die Festung sind zentrale Themen für Unterfranken. An beiden ist der Freistaat Bayern beteiligt.

Domkapitular Dr.Lenssen ließ mit der Führung durch den Dom die Frage der Freiheit der Person und der

 Freiheitlichkeit der katholischen Kirche beispielhaft lebendig werden. Die Renovierung im Dom hat die Konzentration auf Wesentliches in der Betonung der Achsen hervorgehoben, hat der Kunst der Vergangenheit ihren Platz neu zugewiesen (Taufbecken oder Pieta vor Goldgrund) und die Bildsprache der Moderne in die Zurückhaltung der Romanik integriert.

Die Teilnehmer des Kulturtreffs mit Bezirksrätin Adelheid Zimmermann waren dankbar für diesen Schritt einer lebendigen Kirche, die in der Lage ist, sich den Fragen der Zeit zu stellen.


Bei der Domrenovierung hat sich der Freistaat mit 750 000 € engagiert, bei der Festung will sich der Freistaat mit 35 Mio € an einem Umbau beteiligen. Allerdings ist der Freistaat Eigentümer der Festung und muß die Baulast und das historische Erbe angemessen erhalten.

Die Festung liegt in einzigartiger Lage über der Stadt und dem Fluß und bildet zusammen mit der Alten Mainbrücke ein Idealbild einer geglückten Beziehung zwischen Stadt, Landschaft und Topographie.


Für das Mainfränkische Museum war der Umzug aus der Stadt 1947 sicher ein Glücksfall. Heute ist die Lage Herausforderung, die Besucher auf die Festung zu locken.

Nachdem sich Stadt und der Bezirk Unterfranken die Kosten des Museums teilen, war dies Anlaß für Bezirksrätin Zimmermann, die Zukunftsfrage für das Museum zu stellen.

Das Gutachten des Mainfränkischen Museums aus dem Jahre 2010 ergab grundlegende Defizite in den heutigen Räumlichkeiten. Die größten Defizite in Inventarisierung und Depoträumung konnte das Museumsteam in einem Kraftakt in den letzten Jahren leisten.

Die baulichen Unzulänglichkeiten bleiben: Vor allem wurde bislang kein neuer Eingang in der Mitte der Schönbornhalle installiert, obwohl dies laut Gutachten bis 2011 geschehen sein sollte. Die Stadt Würzburg erweist sich hier als schwieriger und unmotivierter Partner des Museums.

Herausfordernd ist der gutachterliche Vorschlag, das Mainfränkische Museum mit dem Fürstenbaumuseum zu verschmelzen und in den Scherenberghof, den innersten Festungshof, zu verlegen.

Staatsarchiv und Tagungsräume müßten dafür weichen. Genügend Flächen würden dann für ein modernes Museum mit Weltkulturerbe Riemenschneider zurVerfügung stehen.

Für ein solches Mammutprojekt wird der Freistaat als Eigentümer dringend gebraucht. Der Freistaat muß an einer Verschmelzung der Museen interessiert sein, da weitaus weniger Besucher den inneren Hof als dasMainfränkische Museum erreichen.

Seehofer hat nun ja nicht nur Geld, sondern auch Geist für die Festung in Form eines Landesmuseums versprochen.

Damit hätte das Mainfränkische Museum 3 Träger:

Stadt Würzburg, Bezirk Unterfranken und Freistaat Bayern.

Und es gibt eine Vielzahl an Themen für den musealen Freistaat auf der Festung:

Die Kunstgegenstände aus Unterfranken, die in München etwas deplatziert sind:

  • 23 Original-Putti aus dem Hofgarten
  • Das Herzogsschwert
  • Die Maria Magdalena (Riemenschneider) aus Münnerstadt
  • Die Koralle mit Adam und Eva, von Julius-Echter in Auftrag gegeben
  • Romanische Kapitelle aus Würzburg im Nationalmuseum

Daneben gibt es eine Vielzahl von Themen für Bayern, u.a:

  • Der Bischof als Landesherr
  • Bauten der Macht
  • Der Weinbau in Bayern
  • Franken und Bayern, eine glückliche Beziehung am Beispiel der bayerischen Könige
  • Die Kriege des 19.Jahrhunderts in Bayern
  • Das Ausleihen von Künstlern im Heilig Römischen Reich am Beispiel der Festung
  • Feiern in Bayern und Unterfranken

Die Teilnehmer des Kulturtreffs mit Bezirksrätin Zimmermann waren sich einig, dass ein Umbau des Museum große Chancen bietet.

Wichtig wäre folgendes:

Ein Citybus stündlich zwischen Residenz und Festung , den die bayr.Schlösser und Seen einrichten müßte, am esten kostenlos.

Ein großer Parkplatz direkt vor dem Greiffenklautor.

Bezirksrätin Zimmermann animierte, die Kommunalwahl zu nutzen, dem künftigen OB die Wichtigkeit des Mainfränkischen Museum für das Kulturerbe der Stadt nahe zu bringen.